09.08.2018

Die erste Sommerschule Boris Nemtsov hat ihre Arbeit in Prag beendet

Am 3 August endete die erste Boris Nemtsov Sommerschule für Journalistik und sozialkulturelle Forschung an der Karls Universität in Prag. Diese wurde durch den Boris Nemtsov Fond gemeinsam mit der philologischen Fakultät der Karls Universität organisiert. Wir haben über 450 Anträge mit den verschiedensten Projekten bekommen und daraus 30 herausgesucht. Unter den Teilnehmern waren junge Leute aus Russland, Ukraine, Moldau, Kasachstan, Kyrgyzstan, Weißrussland, Deutschland, USA. Diese „Adressen“ sind nur angenommen, die Welt ist globaler und mobiler geworden – eine Studentin aus Kalmückien die in Liverpool studiert, eine junge krimtatarische Journalistin aus Aluschta welche schon seit Jahren in Istanbul studiert und, gegenüber, ein junger deutscher Journalist, welcher in Russland lebt und arbeitet. Und die Motivationen der Teilnehmer sind verschieden: für die einen ist eine Sommerschule eine Gelegenheit das Thema für die zukünftige Masterarbeit zu finden, für die Anderen – welche, bereits aktiv in den Medien arbeiten – Spezialisten anhören, damit das eigene Projekt detaillierter ausgearbeitet wird.

Die Lektoren der Schule sind Führungskräfte aus verschiedenen Richtungen der russischen und internationalen Medien-Welt: Andrey Richter (OSCE), Arkadij Ostrovsky (the Economist), Elizaveta Osetinskaya (the Bell), Ilja Klischin (Digital-Direktor bei RTVi), Andrey Soldatov und Irina Borogan (agentura.ru), Dmitrij Ivanov (Blogger bekannt unter dem Namen kamikadze_dead), Pable Gonzalez (baskische Publikationen Gara und Naiz), Sergei Smirnov (Hauptredaktor „Mediazone“), Nikita Kulachenkov (Abteilung für Nachforschungen des FBK), Michail Maglov (Projekt „Kommunaler Scanner“), Segei Aleksaschenko (BrookingsInstitution) und viele andere. Teilnehmer der Schule wurden zwei Filme gezeigt und über diese fand eine Diskussion statt – Dokumentar-Film „die Verwandten“ von Vitalij Manskij über die Ereignisse in der Ukraine durch die Augen der Verwandten des Regisseurs und ein künstlerisches Projekt Vladimir Mirzoevs – die drei ersten Episoden der Fernsehsendung „Etüden über die Freiheit“

„Ein sehr starkes Programm, – sagte der Co-Direktor des Nemtsov Zentrums Marek Prigoda. – das Neue Akademische Zentrum Boris Nemtsovs, welchen wir im Februar eröffnet haben, startet mit einer Sommerschule des höchsten Grades.“

Projekte, an denen die Studenten arbeiten, repräsentieren das ganze Spektrum der modernen Medien-Genren: Comics, Nachforschungen über die Alkohol-Mafia, Projekt für städtische Journale im Village-Format, Multimedia-Longreads über politische, religiöse, wissenschaftliche und kulturelle Themen usw. Eins von diesen Projekten ist direkt mit der Erinnerung an Boris Nemtsov verbunden – das ist die Chronik der Volontäre, die das Volks-Memorial auf Nemtsovs Platz der Ermordung aufrechterhalten. Der Fernsehsender Current Time hat mehrere Trainings und Seminare mit den Studenten auf der Basis der eigenen Redaktion in Prag durchgeführt.

Karls Universität hat nicht nur Hörsäle und Heime bereitgestellt, auch ein spezielles Programm um tschechische Slawistik und Medien kennen zu lernen. Die Teilnehmer der Schule waren in einem der größten tschechischen Mediaholding Seznam, welches in Tschechischen nach Anzahl der Benutzer sogar Google überholt. Erst vor kurzem hat Seznam ein neues Nachrichten Online-Portal und Fernsehsender gestartet.

Karls Universität – ist eines der ältesten in Europa. Manche Sommerschulen der philosophischen Fakultät verfügen über Geschichten die mehr als ein halbes Jahrhundert zurück gehen. Der Dekan der philosophischen Fakultät Michail Pollmann ist froh, dass es jetzt eine weitere Schule gibt, welche offen ist für junge Studenten humanitärer Richtungen mit verschiedenen Spezialisierungen, vereint durch die russische Sprache und ein Interesse zu Medien. Darüber hat er bei der Eröffnung der Schule gesprochen.

Für den Fond Boris Nemtsovs – ist das ein weiteres wichtiges Projekt in Europa. Das ist ein Teil des globalen Memorials – nach Nemtsovs Namen wurden Plätze und Straßen in verschiedenen Städten der Welt benannt, und die Erschaffung einer Plattform für die Kommunikation zwischen talentierten und freien russischsprechenden jungen Leuten verschiedener Länder.

Die Sommerschule Boris Nemtsovs wird weitergehen. Wir werden weiter über Projekte unserer Studenten erzählen und ein neues Programm für den Sommer 2019 vorbereiten.